Frauengruppen leiten - Tanz zu Dir Selbst - Grundlagen

Viel wird heute von „Frauen stärken“, „Entdeckung der Weiblichkeit“, „Weiblichkeit leben“ und ähnlichem gesprochen. Oft ist nicht ganz eindeutig was hinter den Worten steckt. In Tanz zu Dir Selbst beziehen wir uns auf ganz bestimmte Werte und Haltungen. Diese sind die Basis für unsere Arbeit mit Gruppen. Wir orientieren uns dabei am

Welt- und Menschenbild der humanistischen Therapien

Die humanistischen Therapien sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Im Prinzip gehen alle VertreterInnen dieser Therapie-Richgtungen davon aus, dass Menschen sich entwickeln wollen. Und das sie dazu auch in der Lage sind. Dieses Bestreben soll also verstärkt werden. Dazu wird der Blick auf persönliche Ressourcen bzw. Potenziale gelenkt. Die Teilnehmerinnen werden also angeleitet, auf das zu schauen „was schon da ist“. So haben sie die Möglichkeit, ihr Stärken und Fähigkeiten zu erkennen. Das vermehrte  Einsetzten dieser persönlichen Ressourcen führt sie dann immer näher an ein sinnvolles, selbstbestimmtes und authentisches Leben.

Zu den humanistischen Therapien gibt es ganz verschiedene Zugängen – hier einige Beispiele:

In dieser Zeit entstand auch der Ausdruckstanz. Die neuen AusdruckstänzerInnen suchten nach Alternativen zur genormten und formalisierten Tanzsprache des Ballett (z.B. Isadora Duncan, Mary Wigman oder Rudolf Laban). Und dieser Aufbrauch vollzog sich in vielen Bereichen der Gesellschaft. In der Psychotherapie wurden z. B. Alternativen Psychoanalyse Freuds gesucht. Einige bekannte VertreterInnen sind:

Körpertherapie

Eine besondere Rolle spielen dabei die Körpertherapien. Sie erweiterten die bisherigen Ansätze, vor allem die Psychoanalyse und lenkten die Aufmerksamkeit auf den Körper. Bekannt sind dabei vor allem die Reformbewegungen in Gymnastik und Tanz. (FKK, Turnen, Ausdruckstanz).

All das entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts, hauptsächlich in Deutschland und der Schweiz. Grund dafür war eine Unzufriedenheit mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Leben in den Städten. Es entstanden verschiedene „zurück zur Natur Ideen“. Die Reformbewegungen beschränkten sich aber nicht auf Körpertherapien. Sie brachten auch Neuerungen in der Heilkunde (Kneipp), Ernährung (Bircher- Benner), Pädagogik (Montessori) oder Landwirtschaft (Schrebergärten, Landkommunen) hervor. Ein berühmtes Beispiel:

Der Monte Veritá

„Eine Sonderform der Landkommunen waren die Künstlerkolonien, zum Beispiel die Künstlerkolonie Worpswede um Paula Modersohn-Becker oder in Höllriegelskreuth und Wien um Karl Wilhelm Diefenbach. Besonders bekannt wurde der Monte Verità bei Ascona in der Schweiz, der im Jahr 1900 als lebensreformerische Genossenschaft gegründet wurde, dann aber sich spaltete in ein wirtschaftlich orientiertes Sanatorium und eine Gruppe von „Sezessionisten“ um die Brüder Karl, Ernst und Gusto Gräser. Um die Gräserbrüder sammelten sich nicht nur Künstler und Denker, sie wurden selbst Gegenstand der Dichtung, so von Hermann Hesse und Gerhart Hauptmann. Durch sie wurde der „Berg der Wahrheit“ eine Zitadelle für Sozialreformer und Kriegsgegner, zugleich ein Einfallstor für östliche Spiritualität. Anstöße zu Dadaismus und Expressionismus gingen von ihnen aus. Die Dadaisten Hugo Ball, Hans Arp, Hans Richter und Marcel Janco feierten dort 1917 zusammen mit den Tänzern Rudolf von Laban, Mary Wigman und Suzanne Perrottet ein anationales „Sonnenfest“ vor der Felsgrotte Gusto Gräsers. Der Berg gilt 1heute als Wiege des Ausdruckstanzes und einer frühen Alternativbewegung. Dichter und Denker wie die Dramatiker Reinhard Goering und Georg Kaiser, der Psychiater Otto Gross und der junge Philosoph Ernst Bloch erhoben ihn in den Rang eines Mythos.“1

All diese Denkrichtungen und Methoden verbindet die Idee, dass Körper und Seele über Selbstheilungskräfte verfügen, die nur unterstützt werden müssen. Auf körperlicher Ebene kennen wir das alle. Vielleicht kennst du ja den Spruch wenn es um die Genesung von einem grippalen Infekt geht: „Sowas dauert mit Behandlung 14 Tage und ohne Behandlung 2 Wochen“. Wir unterstützen die Heilung dann mit Ruhe, warmen Tees und versuchen unser Immunsystem  zu stärken. Die Idee ist, dass unser „psychisches Immunsystem“ genauso aktiviert werden kann, wenn unsere Seele leidet. Wir besinnen uns dann auf unsere Ressourcen, Fähigkeiten und Kenntnis von Dingen, die uns gut tun. Tanz zu Dir Selbst greift dabei auf Methoden aus der Tanztherapie zurück.

Menschenbild

Die humanistische Psychologie entwickelte ein Menschenbild in dem der Mensch

• mehr als die Summe seiner Teile ist,
• bewusst und in zwischenmenschlicher Beziehung lebt und
• mit Absicht entscheiden kann.

Tanz zu Dir Selbst arbeitet also mit einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen. Körper, Geist und Seele werden als Einheit gesehen. Das soziale Umfeld wird mit einbezogen. Die Ziele sind Entwicklung der Persönlichkeit zu größerer Authentizität und einem besseren Selbstwertgefühl.

Wir gehen außerdem davon aus, dass es eine Vielzahl von subjektiven Wirklichkeiten gibt und dass letztendlich nur die jeweilige Person selbst wissen kann, was in ihr vorgeht. Wir interpretieren nicht, sondern unterstützen Frauen dabei,

  • ihre eigene Wirklichkeit zu erkennen (Selbsterkenntnis),
  • ihre eigenen Werte und Lebensziele zu finden (Entwicklung von Selbstwert)
  • und die Fähigkeiten zu entwickeln, die sie zur Verwirklichung dieser Ziele brauchen (Selbstbewusstsein, innere Stärke).

Mit der Fortbildung „Tanz zu Dir Selbst“ möchte ich Frauen dabei unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden, dazu zu stehen, an sich selbst zu glauben und aktiv zu werden. Interessiert? Trag Dich hier ein: http://eepurl.com/c2lqLr

 

1: https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensreform

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